Flügge

Am Ende ist es immer ein beiläufiger Prozess. Nicht so wie im Film, wo alles auf den Zeitpunkt zuläuft und Taschentücher gezückt werden, um damit zu winken.

Stattdessen beginnt es mit Chaos, Gerenne, Kartons und Koffern. Sohnemann läuft hin und her und auf und ab. Immer wieder ist er mir im Weg, bin ich ihm im Weg. Mahne ich ihn, vor dem Abflug das Chaos zu beseitigen, sonst…

Sagt er: Ich bin ja morgen Abend nochmal da und Mittwoch, vielleicht, mal schauen. Schlüssel erst Donnerstag, aber das Auto bringe ich vorher zurück. Also sind die Kisten verpackt und die Koffer verstaut und die Tür fällt ins Schloss und geht wieder auf. Hin und her, und das noch über Tage, weil ja noch die Teller fehlen, dies und das.

Und dann öffnet sich die Tür seltener und dann gar nicht mehr oder nur zu besonderen Tagen.

Noch gibt es das Zimmer, aber auch das ist ein sukzessiver Prozess.
Das Haus ist still, das Nest ist leer.
Gut so, aber nicht besser.

My Playlist XV: American Idiot

„Don’t wanna be an American idiot
Don’t want a nation under the new media
And can you hear the sound of hysteria?
The subliminal mind fuck America

Welcome to a new kind of tension
All across the alien nation
Where everything isn’t meant to be okay“

Green Day veröffentlichten ihr Album „American Idiot“ am 21. September 2004. Mal abgesehen davon, dass das Album wirklich Spaß macht, klingt so einiges in Rückschau geradezu visionär: Mit dem Konzeptalbum übten die Spaß-Punker wütende politische Kritik am Rechtsruck Amerikas unter George W. Bush. Könnte man zurzeit gut neu auflegen.

Bye, bye Catweazle!

Geoffrey Bayldon (7. Januar 1924 – 10. Mai 2017), ein Held meiner Kindheit, ist im sagenhaften Alter von 93 Jahren verstorben: Die Nachricht ging erst heute rum. Nicht, dass man sie bemerkt hätte, wenn nicht auch der Name seines Aler Egos, mit dem er in Deutschland berühmt wurde, genannt worden wäre: Catweazle.

Die Kinder-Comedy-Serie der Früh-Siebziger war für die meisten von uns die einzige Gelegenheit, Bayldon in Aktion wahrzunehmen. In England war er präsenter, spielte in weiteren Kinderserien, zahlreiche Nebenrollen in Filmen, vor allem aber auf der Bühne – als Catweazle wurde er gecastet, weil er es als Shakespeare-Darsteller gewohnt war, sich verschroben-altertümlich auszudrücken.

Die ansonsten berühmteste Figur, die er in einem Film verkörperte, war im übrigen die des Waffen-Experten Q in der zweiten (von insgesamt drei) „Casino Royal“-Verfilmungen (1967, mit David Niven als Bond). Den Film haben selbst Bond-Fans nicht auf dem Radar, weil er „inoffiziell“ war: Casino Royal wurde außerhalb der „offiziellen“ Filmreihe verfilmt, weil es deren Produzenten nicht gelungen war, sich die Rechte an dem Buch zu sichern. Angelegt war er als Parodie der Bondschen‘ Ballerorgien. Die Zuschauer fanden leider das herkömmliche Bond-Blutbad lustiger.