My Playlist XX: Morrissey, leider gut

Morrissey war mal einer meiner Helden – zu Smith-Zeiten und danach. Dann begann er, gequirlten Humbug zu verbreiten, grenzdebile Polit-Fantasien abzusondern und ansonsten die Diva zu kultuvieren: unerträglich.

Auf diesen Song hat mich ein Freund aufmerksam gemacht. Auch das ist textlich mehr als schräg und nur ernstzunehmen, wenn man es ironisch aufnimmt. Trotzdem bleibt festzustellen: Der Kerl wird bald 60, aber er kann das immer noch. Das ist weit origineller als alles, was Zeitgenosse Sting (als Sänger der Police mein absoluter Held!) seit 1982 so abgesondert hat.

Hut ab, der Irre ist leider immer noch gut.

My Playlist XIX: Jon Gomm

Hierzulande weniger bekannt als Andy McKee ist der Brite Jon Gomm – ein Gitarrist, der sich locker mit allen Größen des Fingerpicking-Stils messen kann. Gomm ist ähnlich perkussiv wie McKee, aber den rauen Seiten des Pop näher: mehr Rock als Jazz, mehr Pop als Klassik.

Ähnlich wie McKee ist auch Gomm eine Youtube-Entdeckung. Seine Karriere begann quasi mit obigem Video, dass – ähnlich wie McKees „Drifting“ – in zig Versionen/Kopien kursiert und inzwischen auf zig Millionen Abrufe kommt. Gomm ist aber auch ein Musiker der kleinen Bühne, eine richtige Rampensau. Live dekonstruiert er hämmernd The Police, Bob Marley oder Chaka Khan, und anders als die meisten seiner Kollegen singt er auch – viel flexibler geht’s nicht.

Ganz besonders mag ich aber sein selbst geschriebenes Stück „The Secret Of Learning To Fly Is Forgetting To Hit The Ground“, schon allein wegen des Titels. Der ist natürlich ein Zitat von Douglas Adams, aber auch mein Mantra. Als ich Gomm das Stück erstmals hab spielen hören, habe ich begriffen: Es erklärt, was die Jungs da machen auf ihren Gitarren. Es ist sogar die einzige Erklärung.

My Playlist XVIII: Wake up!

At the time of my paramedic-training back in 1984 I looked a bit like a late hippy, though one with a preference for black clothing, military trousers and net-shirts, at the same time sporting long hair and a kind of Robin-Hood-beard. That is until I shaved it all off apart from a Freddy-Mercury-moustache, which was propably my worst decision ever. I was kind of inbetween scenes, knocking about with punks and „freaks“ at the same time. During the training I was the only one who would listen to punk in the morning. Once one of the real punks asked me how I put up with it after a long night. I did not really get it: To me the noise was like a good mug of coffee – something to push me forward into the day.

It still works. Listen to this: Isn’t that the ideal soundtrack to an energizing breakfeast?

Chesseboiger!

My Playlist XVII: Once & Future Band

Von Möbel bis Motorräder ist retro ja gerade wieder schwer In. Offenbar gilt das auch für Mucke, auch wenn der Mainstream gerade wieder Richtung Elektropop driftet. Wie langweilig der aktuelle Radio-Brei ist, zeigt der Vergleich mit einer Nummer wie Once & Future Band. Die ömmeln auf ihrem Debütalbum von 2017 einmal durch die Popgeschichte ab 1960 von Beat über Steely Dan, den Psychodelic Rock der frühen Yes, die Cannabis-schweren Harmonieteppiche der frühen Pink Floyd bis hin zum Indy-Britpop – aber dermaßen gut, dass die Summe der Zitate in sich schon wieder neu ist. Ankerpunkt sind die Schrägheiten der Siebziger – fraglos ein unerschöpflicher Steinbruch innovativer Klänge.

Man höre sich da mal „Hide & Seek“ an (meine Lieblingsnummer von denen): In 6 Minuten 18 (!!!) geht es da erst Britpoppig a la Athlete hinein in ein vermeintlich harmloses Liebeslied – Uhuuu-Chor inklusive. Schnell bricht da aber was: Der Rythmus erlaubt sich, elegant zu stolpern. Die Gitarre klingt jetzt wie Walter Becker oder Randy Bachmann auf den Jazz-Nummern der BTO, und dann dudelt uns auch das satte Keyboard zunehmend jazzige Harmoniewechsel um die Ohren.

Im furiosen letzten Drittel setzt die Band dann grenzwertig-zuckersüße Harmoniegesänge auf oder gegen ein sich ständig steigerndes Instrumentalfinale, das an Zappas Garage-Zeiten oder Becker/Fagan Live erinnert – Yo, Mama, denkt man da, Ihr habt Eure Vorbilder echt begriffen und gefressen!

Tipp: Laut hören, erst dann kommt es richtig rüber.