Manchmal muss man weitergeben, oder?

Hat was. Simon Sinek gehört zu den prominentesten Unternehmensberatern der Welt. Seine Perspektiven sind aber anders als in diesen Kreisen sonst üblich. Sie kommen nicht – wie sonst viel zu oft – aus dem Marketing-Baukasten, sondern sind wirklich beobachtend analytisch.

Der Mann ist Kulturanthropologe, kein BWLer: Entsprechend analysiert er menschliches Verhalten auch in Bezug auf das Arbeitsleben eben nicht vom wirtschaftlichen, sondern vom menschlichen Aspekt her. Hier erklärt er die Macken der Millenials als fast zwangsläufige Folgen von Fehlerziehung, der Vermittlung falscher Selbstbilder und der unhinterfragten Übernutzung adiktiver Technologien.

Ich glaube, man wird ihn in dreißig Jahren in Rückschau auf unsere Zeit zitieren: „Einige begannen zu erkennen, dass…“

Postwurfsendung: Es gibt nichts, was nicht passt

BIGBOY PIZZA wirbt mit dem freundlich lächelnden Antlitz einer als Geisha verkleideten Europäerin, Zustellung ab 10 Euro kostenlos (das Essen, nicht die Geisha).

Im Angebot: Lecker Peking-Suppe, gebratene Nudeln, gebratener Reis, Chop Suey, Curry, Ente und Kun Bao sowie süß-sauer.

Nicht im Angebot: Pizza.

Aber dafür kann man sich Chianti, Frascati und Lambrusco liefern lassen. Überbleibsel aus italophileren Zeiten? Stand das da noch rum?

Merke: Echtes Multikulti ist, wenn es sowie egal ist.

Der Fastfood-Tempel meiner Wahl ist fest in libanesisch-liberaler Hand und bietet italienische, amerikanische, indische, griechische, türkische, ein bisschen mexikanische sowie deutsche Küche (inklusive Wurstvarianten und Schnitzelgerichte) und dazu die Klassiker der Fastfood-Internationale: Wraps, Fingerfood, Baguettes, Nuggets, Eiscreme etc..

Also eigentlich alles. Wer will, kann das auch kombinieren. Eine meiner liebsten Pizza-Kreationen dort ist die Pizza DG (Döner mit Gyros), die man also auch Pizza Völkerverständigung oder Pizza tre nationi nennen könnte (vier, wenn der Gouda, fünf, wenn der libanesische Koch und sechs, wenn der deutsche Auslieferungsfahrer mitzählt). Nicht lecker, aber politisch völlig korrekt.

Ich mag die total internationale Pizza Checker lieber: Thunfisch, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, viel Jalapenos und Hirtenkäse. Beste Pizza der Welt, bisher. Bin gespannt, wann die Pizza Sushi BBQ DG-Hawaii kommt (alternativ für Leute mit Ananas-Allergie: mit Banane). Würde ich Master Blaster nennen.

Gartenknoblauch: Der dümmste Bauer…

…erntet die dicksten Knollen: Knoblauch ist in unseren Breiten so eine Sache. Der kleine Gartenknoblauch, sagte mir mein Nachbar mit dem grünen Daumen vor drei Jahren, wachse aber „wie Unkraut“, mache keinerlei Arbeit und sei richtig scharf und lecker. Das wollte ich ausprobieren.

Im ersten Jahr passierte so gut wie nichts. Ein paar nicht erwähnenswerte Samenknollen lieferten das Saatgut für das Folgejahr. Im zweiten Jahr wuchs das Zeug plötzlich überall. Die Knollen waren klein, aber schmackhaft. In ihren Blumenbeeten wollte Fiona die Pflanzen aber nicht mehr sehen.

Im dritten Jahr legte ich im Vorgarten ein Hochbeet mit viel frischem Kompost an. Die Erde zum Strecken holte ich teils hinten aus den Beeten – und irgendwie verirrten sich dann ein paar Samen in die linke Ecke des Hochbeets. Völlig ohne Konkurrenz wuchsen sie bis auf Hüfthöhe. Heute habe ich geerntet: Saatgut, bei dem jedes Korn selbst groß genug ist, als kleine Knolle in die Pfanne zu wandern. Und Knollen, die man auch verkaufen könnte.

Nächstes Jahr gibt’s mehr:

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