Places I’d like to see: Mori Digital Museum

Copyright: teamlab/Takihana

I do not like augmented or virtual reality. It makes me uncomfortable, uneasy, sometimes dizzy. It’s false, because it opens up sensual perceptions, but takes away freedom of movement at the same time. I experience that as a cognitive dissonance: sensual perception does not match physical experience, and that feels wrong.

But I do love immersive experiences that tickle every bit of sensual perception to the limit. The human mind is easily fooled, and the best virtual realities are created in the head itself. I would love to see Mori Digital Museum that seems to try just that. Look out for their videos on Youtube, they are really impressive.

Looks great, doesn’t it? And they really know what they are doing: The most of their promotional videos are mute, without sound. That is most appropriate: It is exactly the kind of mood I would expect those installations to invoke in me. Silence:

Sehenswert: Doku über Alltagsrassismus in Deutschland

Anderssein ist in D’land nicht leicht. Wir leben in einem Land, in dem „Einwanderer“ dritter Generation immer noch als Ausländer behandelt werden, in dem die Nachfahren vor drei Generationen Ausgewanderter aber problemlos einen Pass bekommen, wenn sie ihre Ahnenreihe irgendwie dokumentieren können. Kurzum: Unser Staat definiert seine originären Bürger vorzugsweise über ihre genetische Herkunft.

Wie weit das geht wissen Deutsche, in deren Genom sich Herkünfte mischen: Wer anders aussieht als die mitteleuropäische Norm, hat es schwer, als „heimisch“ akzeptiert zu werden. Wie im unerträglichen Geschwafel der ZDF-„Adelsexperten“ anlässlich der Hochzeit des hummerfarbenen Briten-Prinzen Harry mit seiner „schwarzen“ Meghan spiegeln sich in den Erfahrungen solcher Menschen Alltagsrassismen, die einer modernen Kulturnation unwürdig sind. Die zur ARD gehörende Deutsche Welle – Deutschlands öffentlich-rechtlicher Auslandsrundfunk und im Inland nicht zu sehen – hat Anfang 2017 eine phantastische Doku dazu vorgelegt.

P.S.: Die Doku lief auch im deutschen Fernsehen – wenn auch nur in Nischenkanälen und zu Zeiten, die man gemeinhin nicht unbedingt zur Prime-Time zählt. So lief die Doku bei Phoenix (das nischigste und unpopulärste Angebot, dass der ARD-Verbund so zu bieten hat) sogar dreimal – mit Sendeterminen um 23.15 Uhr, 2.15 Uhr am Morgen und einmal um 3.30 Uhr. Auch das ZDF wollte die Doku: Die Mainzer schoben sie ins weitgehend unbekannte Nischen-Ablegerchen ZDFinfo, wo sie um 12 Uhr Mittags lief.

Da ist das ÖR-System seinem Bildungsauftrag ja wieder prächtig nachgekommen. Wie gut, dass es das Internet gibt:

Welche Heimat wollen wir?

Auf Drängen der CSU wird das bald von Horst Seehofer geführte Innenministerium sich künftig auch um das Thema Heimat kümmern, wenn es denn zur „GroKo“ kommt. Ein gruseliges Konstrukt.

Heimat ist ein vermeintlich eindeutiger Begriff, der bei jedem eine Vorstellung weckt. Er verweist meist auf den Ort, an dem wir geboren werden, unsere frühe Prägung erfahren und wo wir uns verwurzelt und wohl fühlen.

Außer, wir sind Migranten und quasi am falschen Ort geboren. Dann wird es schwierig mit der Heimat, und das unabhängig davon, was der Betroffene fühlt oder darüber denkt.

Denn der deutsche Heimatbegriff meint – egal, ob das im öffentlichen Diskurs immer ehrlich benannt wird oder nicht –  so gut wie immer auch eine kulturelle Verwurzelung, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Zu Viele denken dann gleich auch eine genetische Herkunft mit: Heimat ist dann da, wo ein Mensch vermeintlich hingehört, weil er von dort „stammt“.

Es geht also nicht nur um Orte, sondern auch um Besitzansprüche. Man kann auch das aber konservativ oder progressiv denken.

  • Konservativ gedacht ist Heimat ein zu bewahrender, zu verteidigender Raum von auf bestimmte Art und Weise geprägter Natur. Verändert sich die, empfinden das Menschen, die so denken, als Heimatverlust. Heimat ist in diesem Sinne also etwas, das so bleiben sollte, wie es vermeintlich immer war. Sie ist „unser“, weil sie schon unseren Altvorderen gehörte.
  • Progressiv gedacht ist Heimat ein Raum, der von Lebensart und gelebter Kultur ständig neu gestaltet und definiert wird. Herkunft ist da nicht die entscheidende Frage, sondern gefühlte, gelebte Zugehörigkeit. Heimat ist in diesem Sinne ein sich verändernder Lebensraum, in dem man Gemeinsamkeiten findet und sich wohlfühlt. Und vor allem: den man gemeinsam mit anderen erst erschließt und schafft.

Weil die Einen das so sehen oder fühlen und die Anderen eben anders, ist der Heimatbegriff stets umstritten. Es ist eine gute Idee, sich auch auf politischer Ebene darum zu kümmern: Die Frage nach unserer Identität entscheidet mit darüber, wie wir dieses Land in Zukunft formen und wie wir miteinander leben werden.

Das hätte spannend sein können. Man hätte sich ein Ministerium „Kultur und Heimat“ vorstellen können, unter dessen Dach der gesellschaftliche Diskurs gepflegt und gefördert worden wäre. Stattdessen findet Heimat laut Koalitionsvertrag nun ihre Heimat unter dem Dach des Innenministeriums. Wohl, um der AfD ein Thema zu nehmen.

Was für ein Zeichen!

Es macht Heimat zum Schutzgut unter der Obhut von Polizei, Staatsschutz und Geheimdiensten. Wie etwas, das mit den Machtmitteln des Staates verteidigt werden muss.

Gegen wen? Wen schließt diese Heimat ein? Wen schließt sie aus? Und wollen wir eine Heimat, die thematisch im Kontext von Staatsmacht steht? Ist es das, was wir mit Heimat meinen?

Meine ist es nicht.

My Playlist XVII: Once & Future Band

Von Möbel bis Motorräder ist retro ja gerade wieder schwer In. Offenbar gilt das auch für Mucke, auch wenn der Mainstream gerade wieder Richtung Elektropop driftet. Wie langweilig der aktuelle Radio-Brei ist, zeigt der Vergleich mit einer Nummer wie Once & Future Band. Die ömmeln auf ihrem Debütalbum von 2017 einmal durch die Popgeschichte ab 1960 von Beat über Steely Dan, den Psychodelic Rock der frühen Yes, die Cannabis-schweren Harmonieteppiche der frühen Pink Floyd bis hin zum Indy-Britpop – aber dermaßen gut, dass die Summe der Zitate in sich schon wieder neu ist. Ankerpunkt sind die Schrägheiten der Siebziger – fraglos ein unerschöpflicher Steinbruch innovativer Klänge.

Man höre sich da mal „Hide & Seek“ an (meine Lieblingsnummer von denen): In 6 Minuten 18 (!!!) geht es da erst Britpoppig a la Athlete hinein in ein vermeintlich harmloses Liebeslied – Uhuuu-Chor inklusive. Schnell bricht da aber was: Der Rythmus erlaubt sich, elegant zu stolpern. Die Gitarre klingt jetzt wie Walter Becker oder Randy Bachmann auf den Jazz-Nummern der BTO, und dann dudelt uns auch das satte Keyboard zunehmend jazzige Harmoniewechsel um die Ohren.

Im furiosen letzten Drittel setzt die Band dann grenzwertig-zuckersüße Harmoniegesänge auf oder gegen ein sich ständig steigerndes Instrumentalfinale, das an Zappas Garage-Zeiten oder Becker/Fagan Live erinnert – Yo, Mama, denkt man da, Ihr habt Eure Vorbilder echt begriffen und gefressen!

Tipp: Laut hören, erst dann kommt es richtig rüber.