Bye, bye Catweazle!

Geoffrey Bayldon (7. Januar 1924 – 10. Mai 2017), ein Held meiner Kindheit, ist im sagenhaften Alter von 93 Jahren verstorben: Die Nachricht ging erst heute rum. Nicht, dass man sie bemerkt hätte, wenn nicht auch der Name seines Aler Egos, mit dem er in Deutschland berühmt wurde, genannt worden wäre: Catweazle.

Die Kinder-Comedy-Serie der Früh-Siebziger war für die meisten von uns die einzige Gelegenheit, Bayldon in Aktion wahrzunehmen. In England war er präsenter, spielte in weiteren Kinderserien, zahlreiche Nebenrollen in Filmen, vor allem aber auf der Bühne – als Catweazle wurde er gecastet, weil er es als Shakespeare-Darsteller gewohnt war, sich verschroben-altertümlich auszudrücken.

Die ansonsten berühmteste Figur, die er in einem Film verkörperte, war im übrigen die des Waffen-Experten Q in der zweiten (von insgesamt drei) „Casino Royal“-Verfilmungen (1967, mit David Niven als Bond). Den Film haben selbst Bond-Fans nicht auf dem Radar, weil er „inoffiziell“ war: Casino Royal wurde außerhalb der „offiziellen“ Filmreihe verfilmt, weil es deren Produzenten nicht gelungen war, sich die Rechte an dem Buch zu sichern. Angelegt war er als Parodie der Bondschen‘ Ballerorgien. Die Zuschauer fanden leider das herkömmliche Bond-Blutbad lustiger.

Scheintod: Ein bisschen schwanger…

Vier Jahre nach dem Viktorianischen Vibrator gehe ich ein bisschen schwanger mit einer weiteren Idee für eine Kuriosa-Sammlung aus der frühen Phase der Technologisierung/Verwissenschaftlichung der Welt. Der kleine Scheintod-Artikel, den Einestages heute brachte, deutet an, in welche Richtung das gehen könnte.

Antoine Joseph Wiertz: L’inhumation précipitée (1854). Copyright: Gemeinfrei

Keine Ahnung, ob das Leser finden würde. Ich finde diese makabren Sachen urkomisch. Wann kann man schon mal solche Sätze schreiben?

„Belebte man nicht Ertrunkene wieder, indem man sie bäuchlings aufs trabende Pferd gebunden durchschüttelte, bevor man ihren Darm per Klistier mit heilsamen Nikotindampf füllte? Und erwies sich in alldem nicht immer wieder, dass viele Zustände des menschlichen Körpers mit Mitteln der modernen Wissenschaft zu ändern waren?“

Großartig: Polit-Satire à la USA

Dem US-Fernsehen sagt man nach, entweder zahnlos oder oft dumm und oberflächlich zu sein. Ein Vorurteil, wie die Amerikaner vor allem in einem Genre beweisen: In der politischen Satire sind sie auch dem deutschen Fernsehen Lichtjahre voraus. Was da geboten wird, ist weltklasse – frech, intelligent und im besten satirischen Sinn entlarvend. Man sehe sich nur mal an, wie Commedy Central hier Whitehouse-Plapperer Sean Spicer die Hosen herunterlässt. Beispielhaft und vorbildlich: