Selbstverlag, erstes Fazit: es steht Vierzig zu Vier

Flach gebaut und mit Horn auf dem Maul statt am Daumen - so "falsch" sie heute sind, sind sie doch Ikonen der Wissenschaftsgeschichte
Flach gebaut und mit Horn auf dem Maul statt am Daumen – so „falsch“ sie heute sind, sind sie doch Ikonen der Wissenschaftsgeschichte

Im Frühjahr letzten Jahres habe ich meinen kleinen Führer zu den 33 Statuen prähistorischer Lebewesen im Londoner Crystal Palace Park als Book on Demand veröffentlicht. Nach einem Verlag hatte ich erst gar nicht gesucht: Wissenschaftsgeschichte ist immer Nische, aber ein deutschsprachiger Führer zu einer Art Freilichtmuseum aus dem Jahr 1854, das ist nischigste Nischennische.

Es war mir einfach ein Anliegen, weil es so etwas in deutscher Sprache noch nie gab. Ich stellte mir einfach vor, dass es toll wäre, wenn jemand vor den Statuen stünde, nichts damit anzufangen wüsste, sie googelte – und 20 Sekunden später meinen bebilderten Führer als APP/Ebook auf dem Handy hätte, wenn er/sie wollte.

Leseprobe im Google-Play-Store: Vorwort und die ersten drei Service-Kapitel

Eigentlich ging es mir also ums Ebook. Ich setzte den Preis bei 2,99 an, um die Mastering-Kosten wieder herein zu holen (38 Euro), und bot zugleich ein Print-Ausgabe für 5,99 an, einfach, weil das im Paket war. Werbung habe ich nicht dafür gemacht (abgesehen davon, dass ich hier im Blog darüber schrieb und es hier auch anbot), ich ließ es einfach drauf ankommen.

In zehn Tagen ist seitdem ein Jahr vergangen, Zeit für eine erste Bilanz. Meine 38 Euro habe ich noch nicht ganz wieder drin: 40 ist die Zahl der verkauften Print-Ausgaben im letzten Jahr. Ich hatte nicht mit so vielen gerechnet. Nochmal 24 und die Kosten sind wieder drin.

Anders sieht das beim Ebook aus. 2,99 ist offenbar eine zu hohe Schwelle: Gerade einmal sechs Ebooks wurden über verschiedene Plattformen (viermal Amazon, einmal Android, einmal Apples iTunes) abgerufen – und davon hatte zwei ich selbst gekauft, um zu sehen, wie das umgesetzt ist (Freiexemplare gibt es da nicht).

Die wahre Ratio der verkauften Versionen liegt also bei 40 zu 4, obwohl die Ebook-Nutzung vor Ort eigentlich das wahrscheinlichste Anwendungsszenario war. Liegt das nur daran, dass das Ebook schon zwei Wochen nach Erscheinen in diversen Börsen illegal angeboten wurde (so wie jedes andere Buch)?

Ich glaube, der deutsche Ebook-Markt ist trotz all der E-Reader, die man morgens in der U-Bahn sieht, eine Todgeburt. Bei Geburt stranguliert von Verlagen, die glauben, zehn Prozent Preisabschlag sei ein Kaufanreiz für ein Datenprodukt. Ich sehe es ja an mir selbst: Auf meinen zwei Kindle-Readern sind etliche Bücher, aber kein einziges in deutscher Sprache. Wenn ich die Wahl habe zwischen 18 Euro für ein gedrucktes Buch oder 16 für ein Ebook, kaufe ich den Druck. Ich kaufe dagegen regelmäßig Englisches in E-Form, weil mir da echte Preisvorteile geboten werden.

Ich wüsste wirklich gern, wo die Schwelle liegt, an der ein Ebook attraktiver wird als ein Druck. Ich werde deshalb den Preisvorteil des Ebooks gegenüber der gedruckten Ausgabe für mein „Die ersten ihrer Art“ vergrößern, per Absenkung des Ebook-Preises auf 99 Cent. Nur um zu schauen, was passiert. Beantragt habe ich die Preissenkung vor knapp zwei Wochen, und am gestrigen Dienstag Bescheid bekommen, dass der neue Preis an die Ebook-Stores (Amazon, Play, iTunes etc.) weitergegeben worden sei. Die sollen den Preis nun innerhalb der nächsten Tage senken.

Ich bin gespannt, was passiert. Ein merkliches Anziehen der Verkäufe wäre ein zwiespältiges Zeichen. Zum einen würde es zeigen, dass deutlich mehr drin wäre im deutschen Ebook-Verkauf, wenn man nur die Preise richtig setzte. Zum anderen würde es zeigen, dass der Buchmarkt endgültig auf dem Weg zum „nur die Masse machts“ ist: Nischige Bücher sind schon jetzt nichts, mit dem man Geld verdienen kann. Wenn aber nur absolutes Preisdumping überhaupt Ebook-Käufe generiert, wird alles von Hochliteratur bis Fachbuch-/Nische/anspruchsvolles Sachbuch zum reinen Ehrenamt.

UPDATE: Die Preissenkung ist bei Amazon, Apple und Google inzwischen erfolgt.

 

 

Londons viktorianische Dinosaurier

1853 war es ein enormes Wagnis, sich mit solchen Rekonstruktionen vorzuwagen. Von vielen Tieren gab es nur Funde einzelner Knochen – so auch beim Iguanodon.

Seit Freitag ist ein neues Buch von mir bestellbar, das voraussichtlich ab Dienstag der Pfingstwoche ausgeliefert wird: „Die ersten ihrer Art – die viktorianischen Dinosaurier des Crystal Palace, London“.

Das Ding ist dermaßen Nische, dass man meinen könnte, ich hätte damit beweisen wollen, dass auch wir „kommerziellen Lohnschreiber“ mitunter aus reiner Begeisterung in die Tasten hauen. Ich habe tatsächlich erst gar nicht versucht, dafür einen Verlag zu finden.

Stattdessen habe ich die Gelegenheit genutzt, gleich zwei Herzensangelegenheiten einfach mal durchzuziehen:

1. endlich mal im On-Demand-Verfahren, über das ich so oft geschrieben habe, zu publizieren: im Selbstverlag, mit E-Book-Schiene und allem, was dazu gehört. Es ist ein Selbstversuch, den ich dokumentieren und in gegebener Zeit auch publizieren werde. Wie ist die Qualität der Produkte? Ist das wirklich eine Chance für Autoren, für exotische Themen? Funktioniert es, sind die Produkte so gut erhältlich, wie die Anbieter behaupten? Funktioniert Selbstvermarktung? Verdient man damit etwas? Und so weiter: ich bin gespannt.

2. Über die „viktorianischen Monster“ des Bildhauers Benjamin Waterhouse Hawkins zu schreiben.

Die stehen seit 1854 in einem Park in Südlondon und waren damals der allererste Versuch überhaupt, ausgestorbene Lebewesen, über die man noch herzlich wenig wusste, in rekonstruierter Form abzubilden. Es hat die Vorstellungen von der „Urzeit“ über viele Jahrzehnte geprägt – und war über ein halbes Jahrhundert eine der meistbesuchten Attraktionen Londons.

Es muss über 30 Jahre her sein, dass ich das erste Mal über diese tonnenschweren Monumente gelesen habe: Wie lustig die heute seien, weil sie so „falsch“ sind. Was damals für ein Aufwand betrieben wurde. Die Legende vom spektakulären „Wissenschaftler-Dinner im Dinosaurier“. Und so weiter.

Im Februar habe ich die Figuren im Crystal Palace Park besucht. Das Wetter war lausig, die Inseln, auf denen die Statuen stehen, noch kahl. Trotzdem waren eine Menge Leute unterwegs, die sich die Figuren ansahen. Kaum einer von ihnen wusste, was sie da vor sich hatten – und die Erklärungstafeln vor Ort ändern daran auch herzlich wenig.

Wie „schlechte Dino-Figuren aus den 70ern“ sähen sie aus, sagte meine Frau, und wenn man nichts über die Sydenham-Saurier weiß, kann man das so sehen. Ich erklärte ihr den Stellenwert der Statuen:

– dass sie wissenschaftliche Pionierleistungen sind, die den kargen Wissensstand ihrer Zeit fast vollständig abbildeten;
– dass sie eine einst weltweit berühmte Attraktion waren, die das zwölf Jahre davor erfundene Wort „Dinosaurier“ erst bekannt machte;
– dass sie einer der frühesten Versuche waren, so etwas wie Evolutionsgeschichte darzustellen – sechs Jahre, bevor Darwin sich endlich traute, die „Entstehung der Arten“ zu veröffentlichen;
– dass für Millionen von Menschen des 19. Jahrhunderts die Begegnung mit „Hawkins Monstern“ erstmals die biblische Schöpfungsgeschichte und die Mär von der Sintflut in Frage stellte.

Und dann zeigte ich ihr, was an den Statuen interessant, beeindruckend, lustig oder einfach nur schräg ist.

„Und warum erfährt man das hier nirgendwo?“, fragte sie.

Stimmt, dachte ich. Da stehen diese Monumente menschlicher Erkenntnis halb vergessen in einem leicht heruntergekommenen Park, der selbst einmal eine der berühmtesten Attraktionen der Welt war, und man findet kaum Erklärungen.

Abends schaute ich, was es darüber so auf dem Buchmarkt gibt. In Reiseführern sind die Statuen im Crystal Palace Park selten mehr als eine Randnotiz. In englischer Sprache gibt es – mehr oder minder schwer erhältlich – zwei Replikas von Büchern aus dem 19. Jahrhundert darüber und eines, das 1994 aufgelegt, seit zwanzig Jahren aber nicht mehr nachgedruckt wurde. Es wird für bis zu 150 Pfund gehandelt, je nach Zustand.

In deutscher Sprache gab es – nichts.

Drei Tage nach unserem Besuch im Crystal Palace Park begann ich zu schreiben. Statue für Statue erklärte ich das, was man da sieht, die Geschichten und Annekdoten dahinter, den Kenntnisstand heute. Zusammengenommen ergab sich daraus nicht nur eine „Gebrauchsanweisung“ für den Park, sondern auch ein konziser Abriss über die Anfangstage der Paläontologie und ihre „Helden“ – über Crystal Palace zu schreiben bedeutet, Wissenschaftsgeschichte zu erzählen.

Anfahrtskizzen und Beschreibungen kamen dazu, und am Ende noch ein Essay darüber, was die Statuen über Kultur und Wissenschaft des viktorianischen Zeitalters aussagen und dafür bedeuteten. Bevor ich mir selbst ganz darüber im Klaren war, hatte ich eine Art kleinen Nischen-Reise- oder Museumsführer geschrieben.

Nicht, weil ich glaube, dass ich damit auch nur die Druckkosten wieder hereinhole, sondern weil es mir am Herzen lag: Hawkins Monster verdienen es, verstanden zu werden. Ich verstehe sie als in Beton gegossene Dokumente eines Erkenntnisprozesses, der die Welt von Grund auf verändert hat. Für mich macht sie das bis heute nicht nur lustig und rührend, sondern auch wichtig und beeindruckend.

Es würde mich freuen, wenn das Büchlein den paar Enthusiasten und Dino-Fans, den Wissenschafts-Nostalgikern und Wissens-historisch Interessierten, die sich nach Südlondon in den Crystal Palace Park verirren, ein wenig Spaß und einen vertieften Blick auf Hawkins viktorianische Monster bescheren würde. Kaufen kann man das 140-Seiten-Bändchen für 5,99 Euro in den meisten Online-Buchläden, man kann es im Handel bestellen oder als E-Book für Reader, Tablet oder Handy beziehen (in den meisten wird es knapp 3 Euro kosten).

Hier schon einmal ein erster Link: Die gedruckte Ausgabe soll im Laufe der Pfingstwoche bei allen Online-Buchhändlern erhältlich sein, das Ebook wird irgendwann im Laufe der nächsten zwei Wochen folgen.

Die ersten ihrer Art – die viktorianischen Dinosaurier des Crystal Palace, London

Warum Blaubär?

Das hier habe ich gerade zufällig bei Buch.de gefunden:

blaubaerNicht, dass ich mich nicht geschmeichelt fühlen würde. Ich mag den Blaubär (ein Held meiner Kinder, als sie klein waren), auch, wenn ich die Augsburger Puppenkiste vorgezogen hätte (MEIN Kinderprogramm, als ich klein war). Gut möglich, dass sich die Kombi mit dem Blaubär sogar verkaufsfördernd für mein Buch auswirkt. Der ist immerhin ziemlich prominent, und dann auch noch von Walter Moers!

Ich frage mich nur, WARUM man einen Viktorianischen Vibrator bei Buch.de angeblich am liebsten mit einer Blaubär-DVD kombiniert.

Gibt es da einen Grund?
Oder ist das nur digital?

Literarische Zeitreisen: Historie per Histörchen?

Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Geschichten und Geschichte. Doch das, zeigen in diesem Herbst zwei Autoren mit höchst unterhaltsamen Büchern, muss gar nicht so sein: Sie porträtieren Zeiten aus ihrer Alltagskultur heraus – und kommen ihrem Wesen und Lebensgefühl verblüffend nahe.

Telefonbuch-dicke Schmöker über das frühe 20. Jahrhundert  sind selbst für begeisterte Leser vielleicht nicht unbedingt die erste Wahl für einen gemütlichen Leseabend. Wer deshalb Philipp Bloms „Die zerrissenen Jahre“ oder Bill Brysons „Sommer 1927“ meidet, verpasst allerdings etwas.

1. Bryson

Der Amerikaner Bill Bryson wurde als launiger Reiseautor bekannt. In „Sommer 1927“ geht er auf Zeitreise, wenn man so will, denn so liest sich das: Sein Zeitporträt malt Bryson, indem er mit uns Zeitung liest, zu Demonstrationen und Paraden geht, auf Partys, zu Flugzeugstarts und Baseballspielen.

Das alles ist ein fröhliches Rezipieren und Reportieren, es lebt von Anekdoten und Seitenblicken, vor allem von der Perspektive der „Straße“: Bryson schaut zwar auf die Großen der Zeit, interpretiert das aber letztlich kulturhistorisch. Da sind begnadete Musiker mitunter wichtiger als unfähige Präsidenten. Die Geschichte obskurer Finanz-Strippenzieher erklärt uns, was die Welt in die Wirtschaftskrise führte. Die Geschichte des Baseball-Stars Babe Ruth aber lässt uns nachfühlen, wie Pop in die Welt kam.

Denn Bryson porträtiert einen „amerikanischen Sommer“, der den Aufstieg der USA zur auch die Alltagskultur prägenden Kulturmacht einleitete. Wir erlesen und erleben die Geburt der Massenmedienwelt, in der nicht mehr nur das wichtig ist, was Wenige hinter geschlossenen Türen entscheiden, sondern auch das, was die Vielen sehen, fühlen und meinen: Wenn etwa Ruth Snyder und Judd Gray, die als Ehebrecher Snyders Ehemann ins Jenseits beförderten, zum Gericht gekarrt wurden, säumten Zehntausende die Straßen, um diese „Monster“ zu sehen.

Für das „amtliche“ Amerika waren Leute wie Al Capone die größten Verbrecher der Prohibitionszeit.  Für die Betroffenen sah das laut Bryson möglicherweise anders aus: Ihre Wut galt auch Tätern in Behörden und Ministerien, die es öffentlich rechtfertigten, wenn Menschen an gezielt vergifteten Schnaps starben. Nichts aber prägte das Jahr 1927 so sehr wie Charles Lindbergh, in dessen Person und Atlantiküberquerung Amerikas Hoffnungen und Selbstverständnis kumulierten.

Das ist ein ganz schön schräger Blick auf Geschichte, aber auch ein sehr lebendiger. Aber kann so etwas auch korrekt sein?

2. Blom

Geschichtsschreibung war über Jahrhunderte von Datenhuberei geprägt – „3-3-3, bei Issos Keilerei“. Sie reduzierte sich auf Daten, auf berühmte oder berüchtigte, vor allem aber mächtige Personen und deren Entscheidungen. Aber waren das die relevanten Dinge, die eine Zeit prägten?

Der Blick aufs eigene Leben widerspricht dem. Was Frau Merkel entscheidet oder mit wem Mr. Obama morgen redet, ist meistens völlig irrelevant für das eigene Leben: Was also macht eine Zeit aus?

Auch der Historiker Philipp Blom ist auf der Suche nach der richtigen Antwort auf diese Frage. Auch sein Buch „Die zerrissenen Jahre“ versucht, das Wesen der geschilderten Zeit aus deren Lebensgefühl heraus zugänglich zu machen. Die Methode könnte man als konsequenten Blick schräg daneben beschreiben:  So macht er die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs anhand der Geschichte der Kriegstraumata der Versehrten und Überlebenden greifbar. Der Vertrag von Versailles dagegen ist ihm nur Nebensätze wert. Gegen dem Leiden der Betroffenen und dem, was das noch verursachen wird, ist die vermeintlich hohe Politik nur eine Marginalie.

Wichtiger sind die Erschütterungen, die in den geschilderten zwanzig Jahren zwischen den Kriegen ganze Gesellschaften verändern und tradierte Kulturen in Frage stellen. Anders als Bryson hat Blom dabei keinen auf eine einzelne Nation fokussierten Blick. Jedem geschilderten Jahr ordnet er ein Schwerpunktthema zu, schildert anekdotenreich und unterhaltsam, aber stets durch Quellen belegt, wie diese Themen diese Zeiten prägten.

Mal ist das der Jazz, der erst Amerika, England und Frankreich und schließlich sogar Deutschland entkrampft und lebenshungrige Subkulturen schafft. Mal sind es wissenschaftliche Entdeckungen, die Werte in Frage stellen, mal die paramilitärischen Abenteuer durchgeknallter Poeten, die der Unkultur des Faschismus Legenden liefern.

Blom liefert dabei in höchst unterhaltsam erzählerischer Form Antworten auf Fragen, die auch zum Verständnis des Heute beitragen: Er erklärt ganz nebenbei die Motivation von Künstlern und Architekten, die Grundströmungen und Ereignisse, die die Moderne prägten. Denn Blom trennt nicht zwischen Kultur und Geschichte, er fixiert sich auch nicht auf Nationen oder Regionen. Sein Blick schweift rund um den Globus und sucht die Phänomene, die der Zeit ihre Prägung gaben. Das ist ein in gewisser Hinsicht viel vollständigerer Blick auf Geschichte, auch wenn er große Lücken lässt.

Und es ist auch keine „Geschichte von unten“, wie man das in den Siebzigern verstand, auch wenn es mitunter daran erinnert. Bryson wie Blom versuchen, Zeiten dadurch greifbar zu machen, dass sie sie im Sinne des Wortes portraitieren.

Bloms Blick ist fokussierter, stärker an Relevanz orientiert, Brysons Perspektive ist zu amerikanisch, als dass man sich das als Europäer wirklich völlig zu eigen machen könnte. Unterhaltsam aber sind beide Bücher: Frische Perspektiven mit intensiven Einsichten, die eine noch gar nicht so lang vergangene Zeit noch einmal fühlbar machen. Vor allem Bloms Buch ist für mich das Beste, was ich seit „Der taumelnde Kontinent“ in Sachen Historie zu lesen bekommen habe.

Und das hat er übrigens auch geschrieben.