Parasiten-Prävention wegen DSGVO: Ich duck mich dann mal weg

Ich habe gestern Abend mein Blog hier weiter zurechtgestutzt. Grund ist die hirnfreie Datenschutz-Grundverordnung DSGVO, von der man erwarten darf, dass sie so manchen Leuten in diesem Land bald viel Freude bereiten wird: Den Legionen komplett parasitär lebender Juristen, die sich von Abmahnungen ernähren.

Mir fehlt leider die Zeit, die Lust und auch das Geld, mich mit diesem Pack zu beschäftigen. Deshalb bietet dieses Blog ab sofort

  • keine Kommentarfunktion mehr, über die Namen und andere personenbezogene Informationen gespeichert würden;
  • keine Google-Werbung mehr (über die so oder so noch nie auch nur ein einziger Cent generiert wurde);
  • keine Blogrole mehr, über die jemand Datentracks erheben könnte;
  • so oder so keine Affiliate-Werbung;
  • keine Social-Media-Integration per Like-Button etc.  (weil man ja wirklich nicht weiß, was die konkret an Daten erheben);
  • keinen Shop-Link mehr. Wer sich für meine Bücher interessiert, findet die nun unter „Bücher“, und dort dann auch Service-Links zu Amazon.

Darüber hinaus verkneife ich mir auch den bisher eingesetzten Spam-Schutz (weil auch der ohne Daten nicht auskommt)  sowie meine bisher im Hintergrund laufende Zugriffszahlen-Zählung. Die lieferte zwar auch nicht mehr als Browsertypen und Feedback darüber, ob die Seite via Facebook, Suchmaschine oder direkt aufgerufen wurde, aber auch das sind ja schon verwertbare Daten, wenn man so will.

Aber es ist auch nicht so, dass die DSGVO so einem privaten Blog ohne ernsthafte Geschäftsinteressen nicht auch Zuwachs bescheren würde. Ab sofort ist zum Beispiel das Impressum um die Benennung „und Datenschutz“ ergänzt – und natürlich gefühlt neunzehnmal länger als vorher. Alles in feinstem Juristendeutsch verfasst, generiert über den großartigen Datenschutz-Mustergenerator der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Schwenke.

All das macht natürlich nichts besser, behebt keinen Missstand, macht es kleinen Playern auf dem Ecommerce-Markt aber unendlich viel schwerer, zum Zuge zu kommen.

Eine Freundin, die lange Zeit selbstproduzierte Handwerkserzeugnisse via Web-Shop vertrieb und damit einen kleinen Nebenverdienst erzielte, erzählte mir neulich, dass sie den dichtmachen musste: Sie konnte sich die für sie nicht nachvollziehbaren Abmahnungen nicht leisten, weil die ihre Umsätze zu deutlich überschritten. Anwaltliche Hilfe verbot sich aus gleichem Grunde. Die DSGVO dürfte dafür sorgen, dass der Shop geschlossen bleibt, denn jetzt werden sich erst einmal diese Abmahnungs-Parasiten auf alles stürzen, was sich nicht wegduckt. Gruselig.