Galapagos, Vorstadt, 15.30 Uhr

Dieses gar nicht scheue Wesen ist mir gestern begegnet. Mein Sohn rief mich im Büro an und fragte, ob ich „das Vieh“ sehen wollte. Es sei gerade drüben bei der Nachbarin und mache die Pflanzen nieder.

Von dem Reh hatte ich schon gehört. Es macht die Gärten in der Nachbarschaft seit rund zwei Wochen unsicher. Nicht  die Bohne scheu und in aller seelenruhe führt es seine Razzien durch, vor allem aber mitten am Tag. Das wollte ich live sehen: Ich hab mir meine Kamera geschnappt und lief zur Hecke gegenüber. Wir schauten uns dann tief in die Augen.

Zumindest kurz, denn das Tier hatte was zu tun: fressen. Ernsthaft. Das ließ sich gar nicht groß aus der Ruhe bringen. Ich bin dann anders herum und trieb es auf die Straße, wo mein Sohn wartete, um es in Richtung Wald (ca. 400 Meter entfernt und zwei Querstraßen) zu treiben. Das Tier ließ mich erstmal auf vier Meter rankommen und bewegte sich erst, als ich in die Hände klatschte, und verfiel dann nicht einmal in eine wirklich schnelle Gangart. Wir Zweibeiner waren ihm offensichtlich lästig, aber vielmehr auch nicht.

Und da gibt es Leute, die auf die Galapagos fahren, um dort Seeelefanten zu sehen, die sich nicht bewegen. Haben wir hier sozusagen auch, nur mit Hufen.