Vibrator: Erste Rezensionen und Feedbacks

Doramad radioaktive Zahncreme: Wurde tatsächlich bis ca. 1945 verkauft - strahlende Zähne garantiert (Sammlung Orau.org, mit freundlicher Genehmigung)

Stefan Laurin von den Ruhrbaronen hat heute ein Interview zum Viktorianischen Vibrator veröffentlicht, das er vor ein paar Tagen mit mir geführt hat. Es war ein langes Gespräch, das er fein kondensiert hat. Es macht klar, in welchem Kontext das Buch steht und was man davon erwarten darf (und was nicht!).

Der Vibrator ist natürlich in allererster Linie ein Buch, das Leute anspricht, die ein Grundinteresse an Technik haben und diese zudem auch als Kulturgut begreifen können. Damit ist aber auch klar, dass sich daran auch die Geister scheiden können, wie ein Blick auf die ersten Kunden-Rezensionen bei Amazon zeigt. Ein „IngridNollFan“ findet das Buch dort „Ganz nett, aber nicht umwerfend“, weil er oder sie sich “ mehr Schmunzelmomente erhofft“ hat. Das finde ich natürlich schade, kann es aber auch verstehen, es ist ein Fall enttäuschter Erwartung: Der Vibrator ist kein Gag-Buch, sondern ein Sachbuch mit humoriger bis makabrer Perspektive. Der von mir hoch geschätzte Werner Popp hat mir ebenfalls bei Amazon zum Ausgleich einen „großen Wurf“ bescheinigt – Danke dafür!

Bei Radio Köln war der Vibrator vor ein paar Tagen Buchtipp des Tages. Die Radio-Rezension zeigt, wie man das Buch auch angehen kann: Selektiv und blätternd. Die Radiokollegen haben vor allem die vielen Annekdoten und kleinen Skurrilitäten wahrgenommen. Auch das ist okay und war ja auch so gedacht: man kann das Ding auch von hinten nach vorn und kreuz und quer lesen.

Wie viele Menschen das Buch nun überhaupt lesen, ist vorerst nicht zu erfahren. Nach drei Wochen im Handel sind wohl einige Tausend verkauft, aber Zahlen wird es erst in etlichen Wochen geben. Aus der Autorenperspektive ist das echt seltsam – vor allem, wenn man wie ich über viele Jahre daran gewöhnt ist, seine Leserzahlen quasi in Echtzeit zu erfahren. „Shades of Grey“ wird mein Schmöker in den nächsten zwei Wochen wohl nicht überholen, auch wenn man für meinen Vibrator deutlich weniger Sadomaso-Neigung mitbringen muss. Macht nichts, aber natürlich will man auch Leserschaft erreichen, wenn man so viel Arbeit in so ein Projekt gesteckt hat. Selbst wenn man direkt nichts davon hat, gibt es keinen Autor, der nicht gelesen werden will. Wer sagt, Verkauf sei ihm egal, lügt.