Werkstattbericht (II): Endspurt

Viele Leute halten das Schreiben von Büchern für eine besinnliche, irgendwie gemütliche Tätigkeit, bei der am Ende auch noch Penunze in Massen vom Himmel regnet. Natürlich ist das ein Fehlwahrnehmung. In finanzieller Hinsicht ist es erheblich lukrativer, Artikel für die Presse oder Buchbeiträge von wenigen Seiten zu verfassen (und auch damit wird man nicht reich). Und in zeitlicher Hinsicht?

Mein Viktorianischer Vibrator, der im Oktober erscheinen wird (Vorbestellbar bei Amazon und anderen Buchhändlern), hat im zurückliegenden Jahr den größten Teil meiner Zeit gefressen. Das ist der Grund, warum man Widmungen an seine Lieben vorn hineinschreibt: Man hat sie sträflich vernachlässigt, war nicht da, nicht verfügbar, und dazu geistig auch noch ständig auf Planet Irgendwo. Über die Länge eines solchen Prozesses belügt man sich sogar selbst gern. Im Fall des Vibrator stecken mehrere Jahre Sammeltätigkeit darin, von September bis Dezember 2011 das Gros meiner Freizeit, ab Dezember bis Mitte April 2012 dann jede wache Minute, Wochenenden inklusive.

So wie dieses: Wieder sitze ich am Schreibtisch, ergänze auf Basis der ersten „Fahnen“ (Satz- und Layout-Umbrüche) hier und da Text, beschrifte Bilder, suche Copyright-Vermerke zusammen, korrigiere. Es wird auch den Montag fressen, dann meine Abende der nächsten Woche. Wenn das passiert ist, kommt irgendwann die Korrekturfahne, die dann von vorne bis hinten noch einmal gelesen werden muss: Der Autor ist immer auch der erste Leser, und das zigmal.

Ich beschwere mich nicht darüber. Bücher schreibt man nicht, weil man damit Geld verdient, sondern meist, weil einem etwas am Thema liegt. Unter den hunderten lebenden deutschen Autoren gibt es vielleicht zweieinhalb Dutzend, die davon tatsächlich leben können – und auch die machen ihr Geld eher mit Lesungen etc. als mit Buchverkäufen.

Warum tut man sich das also an? Vielleicht aus dem gleichen Grund, aus dem man nicht nur Gemüse oder Blumen, sondern auch mal einen Baum pflanzt. Ich habe im Laufe der letzten 20 Jahre über 4000 Meldungen und Artikel veröffentlicht, und 3980 davon interessieren zurecht kein Schwein mehr. Sie sind flüchtig, aktuell aufgehängt, verlieren ihre Relevanz innerhalb von Tagen. Ein Buch bleibt, selbst wenn es nur in einem Regal stehend Staub fängt (man hofft natürlich auf mehr als das!).

Für mich sind die Ergänzungen und Korrekturen der nächsten zwei Wochen der Beginn der letzten Phase, in der ich noch ein Stückchen Einfluss auf das Produkt habe. Danach bleibt nur noch das Warten darauf, es zum ersten Mal aufzuschlagen. Egal, um was für ein Buch es geht, tue ich das immer auf die gleiche Weise: Mit geschlossenen Augen drücke ich zuerst meine Nase hinein und atme tief ein. Auch nach 17 Jahren Online-Publishing riecht für mich kaum etwas so gut wie ein frisch gedrucktes Buch. Ich bin gespannt darauf.

TV-Konsum: Alles hat(te) ein Ende

Ich habe meiner Tochter (20) gerade die Eckpunkte vergangener TV-Kultur vorgeführt: Die Zeit vor dem Programm, die „Führung“ durchs Programm durch kompetente Vorleserinnen, sowie die Zeit danach. Ans Testbild konnte sie sich noch erinnern. Für sie ist das allerdings das komische Zeichen, das auf dem Bildschirm erschien, wenn irgendwas ausfiel. Dann kam dieses bunte Ding und piepte nervig.

Für uns etwas Ältere, die die Zeit vor dem Privatfernsehen bewusst erlebt haben, sind diese Dinge mehr: Sie sind die halb vergessenen Eckpunkte und taktgebenden Signale der täglichen TV-Rituale. In den Sechzigern sendeten ARD und ZDF (die einzigen empfangbaren Sender im Westen) im Zeitfenster zwischen 10 und 12 Uhr ein Vormittagsprogramm, das fast vollständig aus Wiederholungen bestand – inklusive der Nachrichtensendungen vom Vorabend. Es folgte bis weit in die Siebziger hinein eine Sendepause bis zum Nachmittag, in der man ein Sender-Signet zu sehen bekam, sonst nichts.

Für TV-Addicts, die auf das Programm warteten, muss das wie ein Countdown gewesen sein. Man konnte die Kiste anmachen und nachschauen: Ist da schon was? Nicht? Dann eben wieder ausmachen, später wieder einschalten. Wenn dann die nette Ansagerin erschien, wurde man erst einmal persönlich begrüßt. Viele ältere Leute grüßten damals noch zurück.

Und sahen sich dann Sachen an wie die oben angekündigte Einführung in die Physik. „Schulfernsehen“, die geballte Umsetzung des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages, verlagerte die ARD allerdings bald in die Dritten Programme, die für uns Kids deshalb damals wahre Horror-Sender waren – die Steiergerung der Langeweile.

Am Nachmittag gab es dann aber auch die wenigen Programmteile, die für uns relevant waren, bis Anfang der Siebziger nur Freitags und Sonntags, danach täglich rund zwei Stunden „Kinderstunde“, also für Heranwachsende geeignetes Programm. Die Zeiten waren festgelegt, der Tag entsprechend strukturiert: Medienkonsum war stringent ritualisiert.

Das galt auch für den Aufbau des Abendprogramms mit seiner Abfolge von Information und Unterhaltung. Irgendwann Ende der Siebziger wanderte der Sendeschluss über die magische Grenze von 24 Uhr hinaus, aber nur knapp: Es sollte noch mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis es wirklich so etwas wie ein „Nachtprogramm“ gab. Bei den öffentlich-rechtlichen Anstaltssendern endete der Sendetag mit höflichen Abschiedsgrüßen, letzten Nachrichten und natürlich der Nationalhymne – dann folgte abrupt das Testbild. Die ARD unterfütterte ihres mit dem aktuellen Radioprogramm, das ZDF piepte nur monoton vor sich hin. Vielleicht war schon damals die Zielgruppe so gereift, dass sie den hochfrequenten Ton aus Altersgründen gar nicht mehr wahrnehmen konnte? Sollte das ZDF schon damals damit begonnen haben, jüngere Zuschauer mit allen möglichen Tricks abzuschrecken?

Bestimmt nicht. Die Privaten brachten ab 1986 frischen Wind in diese Rituale, indem sie die Hymne vor Sendeschluss durch lustige Liedchen ersetzten, zu denen dann auch keine deutschen Monumente mehr gezeigt wurden, sondern die Sponsoren der Klamotten, mit denen man während des langen Programmtages die Ansager und Nachrichten-Vorleser als lebendige Werbeflächen drapiert hatte.

RTL – damals im Volksmund noch „RTL Plumps“ genannt – ersetzte den Piepton durch Stille – und blendete eine Uhr ein. Damit wurde das Testbild erstmals auch für Laien zu einer Art Nutzanwendung: man konnte seine Uhr danach stellen.

In Rückschau erscheint das alles irgendwie niedlich. Interessant ist es, weil es zeigt, wie sehr sich unsere Lebenstakte verändert haben. Im ritualisierten Medienkonsum spiegelte sich ja nur der erheblich stärker strukturierte Alltages-Ablauf. Takteten Medien unseren Tag, oder passten sie sich unserem Takt an? Auffällig ist, das vor allem im Anfang nur dann TV-Angebote gemacht wurden, wenn die meisten von uns Zeit dafür hatten – also in der „Freizeit“.

Es gab eine Zeit für die Zeitung (beim Frühstück, geliefert wurde im Zeitfenster zwischen 3 und 6:30 Uhr). Die ersten Nachrichten gab es, wenn die Industriearbeiter von der Frühschicht kamen. Wer Mittagschicht hatte, kam in der Regel pünktlich für die zweite Programmwelle im Abendprogramm ab 22 Uhr nach Hause. Nachtschichtler, die sowohl das Entertainment als auch die Nachrichten des Tages verpasst hatten, bekamen eine komprimierte Wiederholung am Morgen, wenn sie da schon wieder fit waren.

Das Ritual des Programms folgte also dem Lebenstakt. Es sorgte zudem dafür, dass eine große Masse Menschen die gleichen medialen Erlebnisse hatte. Verlaufen konnte man sich im Medienkonsum kaum. Auch das erzieherische Problem, für Kinder Medien-Zeitbudgets setzen zu müssen, gab es nicht: das Programm war kurz und für Kids zum größten Teil zum schreiend Davonlaufen uninteressant. Vor allem aber war Programm etwas, das endlich war. Spätestens ab dem Testbild wurde die Sache noch für die hartnäckigsten TV-Süchtigen uninteressant. Das Programm selbst aber besaß eine viel größere Wertigkeit: Verpasst bedeutete verpasst (und Warten auf eine Wiederholung), was jeder „Sendung“ Eventcharakter gab. War das alles besser?

Es war, wie es nun einmal war, es passte in seine Zeit. Ich empfinde das alles heute für mich persönlich als völlig überflüssig. Von mir aus kann TV-Programm ausschließlich on demand stattfinden. Ich brauche keine Sender mehr, keine Nachrichtensendungen, die mir zehn Häppchen zuwerfen, damit ich mich informiert fühle. Auf der anderen Seite aber ist mir bewusst, dass wir alle damit etwas verloren haben. Der Medienkonsum ist fraktalisiert, aufgesplittert in Hunderte von Kanälen, die minimale Grundversorgung per DVBT liegt bei rund 20 kanäle (der Rest sind Drittprogramme in überflüssiger, x-facher Ausführung). Viele von denen gehen mit ihrer Ware um, als würden sie selbst gar nicht wissen, was sie da senden.

Mit Serien beschicken uns RTL, Vox, ProSieben oder Sat1  nicht nur in einer Art Endlosschlaufe ständiger Wiederholungen, sondern auch noch in völlig erratischer Reihenfolge. Auf Staffel 4 folgt Staffel 1, Donnerstag gibt es dafür schon mal eine Folge aus Staffel 7, gefolgt von Highlights aus Staffel 3. Auch innerhalb der Serien, die oft aufeinander aufbauende Geschichten erzählen, pfeifft man auf Reihenfolgen. Ich habe im letzten Jahren mehrere Male erlebt, dass Serienfolgen wahrscheinlich versehentlich in zwei aufeinander folgenden Wochen einfach noch einmal gezeigt wurden. Mitunter sieht man Teil 2 vor Teil 1. Bei Kinofilmen fehlt oft nicht nur der Abspann, sondern auch die Schlussszene.

All das ist ätzend, weil es die Inhalte so offensichtlich entwertet hat. Vor allem aber wirkt der so gestreute, fraktalisierte Medienkonsum auch auf die Gesellschaft selbst zurück. Die Vielfalt lässt uns voneinander abrücken. Qualitative Gefälle vertiefen gesellschaftliche Gräben (z.B. zwischen Arte- und RTL2-Zuschauern). Wir verlieren unsere gemeinsamen Gesprächsthemen. Über Tatort oder „Wetten, dass“ könnte ich mit niemandem diskutieren: Sie gehören seit weit über zwanzig Jahren nicht mehr zu meiner Medienwelt. Ich sehe so selektiv fern wie wir alle, und immer öfter stelle ich fest, dass ich selbst innerhalb meines Freundeskreises kaum noch mediale Berührungspunkte finde.

Ist das schlimm? Es ist halt so.

Medien sind nicht alles, Anknüpfungspunkte für gemeinsame Freizeit und Gespräche gibt es zum Glück wie Sand am Meer – und die meisten sind da besser als Medienkonsum. Trotz steigender Mediennutzungsdauer nimmt deren Wichtigkeit beständig ab. Interessant finde ich daher, dass die Ausweitung von Programm und Senderzahl so offensichtlich mit einem Verlust an Bindung einhergeht – ans Ritual, ans Programm, an den spezifischen Sender.

Im Grunde stirbt das Konzept des Massenmediums Fernsehen, zumindest aber des „Senders“ daran, denn „on demand“ wird das alles irgendwann auf die Spitze treiben. Wir alle haben derweil schon etwas verloren: kollektive Erlebnisse, wie man sie heute allenfalls noch im Rahmen von Events wie der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft erlebt. Verloren geht also auch gesellschaftlicher Kitt: der universelle Stoff für den Smalltalk.

Früher gab es täglich kollektive Erlebnisse. Das unausweichlichste davon sah so aus:

San Francisco 1906: Wer braucht schon Regeln?

Der hier gezeigte Streifen ist keineswegs, wie es bei Youtube fälschlich heißt, der erste 35mm-Film, der je gedreht wurde. Aber er ist ein frühes, eindrucksvolles Dokument, dass man Verkehrsprobleme auch mit totaler Anarchie lösen kann.

Der Film entstand mit Hilfe einer tragbaren 35mm-Kamera, die man auf einen elektrischen Straßenbahnwagen montiert hatte. Ein bemerkenswerter Blick in einen längst vergangenen Alltagsverkehr: Was heute amüsiert, ist die völlige Regellosigkeit. Alles und jeder läuft, reitet, fährt, kreuzt, biegt ab, überholt oder hält an wie er gerade Lust, Laune und Überlebenschancen hat oder sieht. Verkehrszeichen sucht man vergeblich, Fahrbahnmarkierungen ebenso – aber es scheint sich auch niemand aufzuregen. Alles wirkt ganz relaxed in diesem gemächlich fließenden Verkehrschaos. Das Tohuwabohu in der Temp-15-Zone überstanden auch Fußgänger offensichtlich meist unbeschadet, und einer der schnellsten Verkehrsteilnehmer ist der dreiste Radfahrer, der die Straßenbahn gleich mehrmals rechts überholt und sich dann keck davor setzt. Kann man so machen.

Die meisten Automobile in diesen Bildern dürften noch entweder Elektrofahrzeuge oder Dampfwagen gewesen sein. Benzinfahrzeuge wurden in den USA ja erst ab 1903 langsam populärer, vorher war Sprit einfach nicht verfügbar genug.

Wenn man diese Bilder sieht, kann man sich auch das oft zitierte Ende von Henry Bliss bildlich vorstellen. 1899 wurde der in New York zum ersten dokumentierten Auto-Verkehrstoten der USA, als er einer elektrischen Straßenbahn entsteigend von einem Taxi mit Elektromotor erfasst und überfahren wurde. Inmitten eines solchen Verkehrschaos mit zischenden Dampfwagen, nur vereinzelten knatternden Benzinkutschen und auf Kopfsteinpflaster klappernden Pferdehufen war das Elektroauto für ihn ein quasi lautloser Killer.

Völlig Regellos war natürlich auch das Chaos im Straßenverkehr von San Francisco 1906 nicht mehr. Erste Gesetze, Vorschriften und Zeichen, die den Straßenverkehr regelten, sind schon aus der Antike bekannt. Im 19. Jahrhundert wuchs mit der Motorisierung die Notwendigkeit zur Regulierung: In England gab es mit dem ‚Locomotive Act‘ von 1865 ein Gesetz, das es zeitweilig vorschrieb, dass Autos (damals natürlich Dampfautos) über Land nicht schneller als 6 km/h und innerorts höchstens 3 km/h „schnell“ reisen durften. Darüber hinaus musste ein Junge mit einer roten Fahne rund 55 Meter vorweg gehen und die Passanten warnen. Das Gesetz brachte den ersten Auto-Boom im Sinne des Wortes fast zum Stillstand, erst 1896 wurde der Schwachsinn wieder abgeschafft.

Etwa zu der Zeit begann man auch grenzüberschreitend über vereinheitlichte Verkehrsregeln und Schilder zu debattieren. 1895 preschten italienische Autonarren vor und schufen eigene Verkehrszeichen. 1900 begann in Paris die formelle internationale Debatte darüber, die schon neun Jahre später mit einem in Rom unterzeichneten Abkommen über vier international einheitliche Verkehrsschilder-Designs erste Frucht trug. „Schon“ ist hier deshalb der passende Ausdruck, weil es keineswegs in ähnlichem Tempo weiterging. Zu einem internationalen Abkommen, das sowohl die Verkehrsregeln, als auch die eingesetzten Signale und Schilder weitgehend harmonisierte, kam es erst mit dem Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr – im November 1968.

P.S.: Den 35mm-Film hatte William Dickson im Auftrag von Thomas Alva Edison schon 1893 entwickelt. Weil Edison, fraglos der versierteste Patent-Gewinnler seiner Zeit, in diesem Fall patzte, ein Patent in Europa verpennte und sein US-Patent verlor, wurden die 35mm schnell zum Standardformat für die professionelle Filmproduktion. Wegen der sehr schlechten Material-Haltbarkeit und der Silbergewinnung aus dem Recycling von Filmrollen gibt es aber nur noch sehr wenige Filme des hier gezeigten Alters.

E-Autos: 70 Jahre Stillstand

Am 4. November 1899 fand auf der Madison Avenue der angeblich erste offizielle Autokorso New Yorks statt (der 6. Februar 1900 ist das Veröffentlichungsdatum des Films). Ein Dokument automobiler Vielfalt: Die Vehikel, die man dort entlang ziehen sieht, sind keineswegs Benzin-Autos. Die meisten waren Dampfautos oder Elektroautomobile – bis mindestens 1905 noch die dominierenden Techniken im Autobau. In den USA gab es zu diesem Zeitpunkt bereits tausende Automobile, aber kaum Benzinwagen. Die begannen sich erst ab 1902/1903 zu verbreiten, nachdem in Texas Öl gefunden worden war und Benzin erschwinglich wurde.


Edison – 1900 – Automobile Parade

Dampfwagen hielten weltweit noch weit bis in die 20er Jahre hinein signifikante Marktanteile, bei schweren Vehikeln sogar länger. E-Autos aber galten um die Jahrhundertwende als die große Hoffnung für den urbanen Verkehr.

Auch der Kameramann dieser Aufnahmen war daran aktiv beteiligt: Thomas Alva Edison, der heute als Universalerfinder gilt, in Wahrheit aber eher der Steve Jobs seiner Zeit war. Edison hatte seine Hände in jedem Hightech-Geschäft seiner Zeit, verbesserte die Erfindungen anderer, kaufte auf und ließ tausende von Dingen entwickeln – auf den Patentschriften fand sich dann stets auch der Name des Auftraggebers. Edison war ein E-Auto-Fan, so wie das vor ihm Ferdinand Porsche gewesen war, der Erfinder des ersten echten Hybridautos.

Um 1900 brachten es die E-Vehikel auf Reichweiten zwischen 60 und 80 Kilometer, verbrauchstechnisch waren sie konkurrenzlos billig – nur in der Anschaffung teuer: Bis heute hat sich also herzlich wenig geändert. Im Stadtverkehr sah man sie als Reichen- und Damenauto und vor allem als Taxis. Als Mitte der 30er die letzten großen E-Auto-Manufakturen aufgaben, brachten es deren Vehikel auf vergleichbare Leistungsdaten wie heutige E-Wagen. Es folgten 70 Jahre Stillstand.

Mein Lieblingsmoment in dem Film: Sekunde 52, als aus dem Windschatten eines Autos plötzlich eine herkömmliche, von einem weißen Muli oder Pony gezogene Kutsche hervorbricht. An den Zügeln eine Dame, die offensichtlich einen Heidenspaß daran hat, als Störfaktor im Korso mitzufahren.