My Playlist X: Gimme that blues

Über Blues heißt es, das sei eine Musik, die man nicht lernen könne, sondern fühlen müsse. Gut möglich: Offensichtlich muss man noch nicht einmal sprechen können, um ihn singen zu können.

Yo, man!

My Playlist IX: Umsonst was auf die Ohren

Es gibt Bands, die offenbar ewig leben und phantastische Musik abliefern. Damit ist schon mal klar, dass die Stones nicht gemeint sein können: Im Sinn habe ich da eine weit vielfältigere Combo. Seit 1998 veröffentlicht und tourt das John Butler Trio unter diesem Namen, in Europa sind zurzeit 26 Alben im Verkauf (davon 16 offizielle), und trotzdem kennt sie „kaum einer“ (nach Mainstream-Maßstäben). Schade, denn da hat man nicht nur wegen der Produktivität und der legendären Live-Performances was verpasst – die Jungs sind absolute Könner:

Dieses absolut nicht repräsentative Stück, das die Butlers seit rund einem Dutzend Jahren tatsächlich auch live bringen, verschenken sie übrigens jetzt als MP3 bei Soundcloud. 

Sowohl die Alben als auch die Konzerte sind im Übrigen ein Ritt durch die Genres, denn „JBT“ kann so Indie-haft wie Mainstreaming-poppig daherkommen. Scheint die nicht sonderlich zu interessieren, in welcher Schublade sie landen. In diesem Song landen sie gleich in mehreren:

Und, was ist das jetzt? Kunstvoll-folkige-Indie-Popmusik? Kufoip, sozusagen?
Egal, mir gefällt’s. JBT sind zurzeit auf Tour in Deutschland und Umland, Restkarten gibt es aber nur noch für Köln und Luxemburg. Der Rest ist ausverkauft. Sieht so aus, als kenne sie doch der Eine oder Andere.

Smart?

Freunden gehe ich mitunter auf den Keks, weil ich oft schwer erreichbar bin. Tagsüber sitze ich an meinem Arbeitsplatz, da steht ein Telefon. In meiner Freizeit brauche ich das nicht. Ein privates Handy habe ich noch nie besessen, mein Diensthandy mache ich nur an, wenn ich dienstlich unterwegs bin oder wirklich dringend jemanden erreichen muss.

Ansonsten nehme ich mir die Freiheit, nicht ständig kommunizieren zu müssen.

Ich mache das so seit 2002 und bin gut damit gefahren. In den letzten zwei Jahren spüre ich, wie der Druck wächst, „mehr“ mit meinem Handy zu tun. Ich habe ein iPhone, aber den iTunes-Account nicht aktiviert. Das Ding hat deshalb keinerlei Apps.

Es ist eine bewusste Entscheidung. Ich vermisse und verpasse absolut nichts dabei. Wenn ich einen Weg nicht finde, frage ich jemanden. Wenn ich ein Restaurant suche, lasse ich mir keins von meinem Handy vorschlagen, sondern laufe los und schaue in die Fenster. Wenn da viele Leute sitzen, und es denen offenbar gut geht, geh ich hinein.

Wenn ich mit Leuten zusammen bin, erwarte ich, dass die nicht telefonieren. Wenn das überhand nimmt, sage ich es. Mein Handy ist in Gesellschaft deaktiviert, so wie im Kino, im Flugzeug, im Zug. Wenn ich wirklich telefonieren muss, verlasse ich den Raum oder sehe zu, dass ich mich von meiner Gesellschaft (egal ob Freunde oder Fremde) soweit distanziere, dass ich die mit meinem Gespräch nicht belästige.

Ich empfinde die Manie der absoluten Erreichbarkeit als ungesund. Es nimmt unserem Erleben die Qualität. Die Spitze sind für mich diese Gestalten, die auf Konzerten ihre Handies in die Luft halten und nonstop mitfilmen.

Für wen?
Wozu?

Manchmal ärgere ich mich, wenn ich etwas Tolles sehe und keine Kamera dabeihabe. „Macht nix“, sagt mein Schatz dann oft, „das kannst Du eh nicht fotografieren.“

Fast immer stimmt das. Augenblicke kann man nicht festhalten, sie sind aus Zeit und Ort und Gefühl gemacht. Wer kein Handy dabei hat, muss es sich selbst merken: Was man dabei spürt, nennen die Amis „quality time“.

Die kann man schnell verpassen:

Ist das smart?