Selektiv Sehen (I): Mangel an Abstand öffnet Perspektiven

Wie die Welt aussieht, hängt stark von der Perspektive ab, die man wählt. Kinder können das prächtig: Sie schauen konzentriert aufs Detail und entdecken Dinge, die wir meist nicht mehr bemerken. Am Morgen des 6. Januar ging ich zu unserem Gerätehaus im Garten, um etwas wegzupacken. Als ich mich aufrichtete, stieß ich mir fast den Kopf, weil ich die Dachkante vergessen hatte: So landete ich mit der Nase nur Zentimeter von der Dachpappe entfernt und schaute auf eine „Landschaft“ von Eiskristallen, quasi in Makro-Sicht.

Die Bilder unten zeigen, wie eine profane Dachfläche aussehen kann, wenn man den Abstand aufgibt.

Kleine, eisige Eier, auf denen Kristalle wachsen?
Abstand macht die Größe klar: Was auch immer das ist, es ist wirklich winzig.
Schräg über die Dachfläche hinweg fotografiert: Wie Pocken kleben die eisigen Bällchen auf der Dachpappe.
Es sind drei Tage alte Hagelkörner, über die der Raureif Kristalle hat wachsen lassen.

Neues Jahr, kleines Facelifting

Fast fünf Jahre habe ich das Styling dieses Blogs nicht angefasst. Jetzt wurde es mal Zeit, und wie so oft hat das Nebenwirkungen: Das kleine Facelifting führt dazu, dass die Fotos in vielen älteren Beiträgen nun doppelt gezeigt werden. Ich lasse es dabei, denn Freizeitprobleme habe ich nicht. In neuen Beiträgen wird das alles wieder stimmig sein.

Facelifting habe ich auch in anderer Hinsicht getrieben. Bisher gab es im ganzen großen WWW nur vier oder fünf Fotos von mir. Das hatte mehrere Gründe: Erstens lasse ich mich nicht gern fotografieren (ich bin Tippse, wenn ich mich hätte sehen wollen, wäre ich zum TV gegangen), zweitens habe ich wo immer möglich selbst dafür gesorgt, dass Fotos schnell wieder verschwanden. Das aber wird zunehmend zum Windmühlenkampf: Allein meine Bilder bei Facebook zu killen oder zumindest die Zuordnung meines Namens, ist echt Mühe. Ich gebe das auf: Wir leben in eitlen, Foto-wütigen Zeiten. Also „lifte“ ich auch mein Gesicht und zeige es selbst, auch auf eigener Webseite. Ist nicht schön, aber was soll’s?

Mein Privatleben werde ich auch weiterhin nicht ausbreiten, ich halte das nach wie vor für einen der größten Fehler unserer Zeit. Zu meinen Neujahrsvorsätzen gehört es trotzdem, auch wieder öffentlicher zu werden. Auch in diesem Blog, das zuletzt ein wenig eingeschlafen war. Schaun wir mal, und vielleicht schauen Sie auch ab und zu vorbei? Würde mich freuen.

Einfach nur gut: Denkstoff

Das unten eingebundene Feature wurde eigentlich für einen öffentlich-rechtlichen Sender produziert, aber als „zu religionskritisch“ abgelehnt. Das ist so bedauerlich wie typisch für unseren Staatsfunk mit Kirchenbeteiligung. Das Feature ist durch und durch hörenswert.