Galvanik extrem: Leichen in Metall

Heute bei SPIEGEL ONLINE: Noch ein Appetizer aus der Welt des Viktorianischen Vibrators (hier bei Amazon). Ist ein bearbeiteter, auf das kurze Format bei SPON angepasster Auszug aus dem Buch. Mir sind  Themen wie dieses die liebsten: Sie sind aus sich selbst heraus witzig, weil völlig abseitig. Da braucht man nicht spotten, nicht überziehen, nicht übertreiben, keine Pointe herbeizwingen – für die Realsatire haben die handelnden Personen selbst gesorgt.

Ich habe bei meinen Recherchen keinen Hinweis darauf gefunden, dass irgendwo auf der Welt noch so eine Metallummantelte Leiche, wie der Artikel das schildert, existiert, will das aber nicht ausschließen. Manche der Entwickler sind über die Denk- und Planungsphase wohl nicht hinausgekommen, aber einige scheinen das tatsächlich zumindest versuchsweise durchgezogen zu haben.

Neben der in Tech-Nostalagie-Blogs immer wieder einmal auftauchenden Abbildung, die man hier sieht, habe ich in einem Archiv auch eine Lithographie aus ungeklärter, aber wohl französischer Quelle gefunden, die weniger nach 19.-Jahrhundert-Schauerroman aussieht, sondern offenbar einmal einen Aufsatz als Visualisierung eines geschilderten Versuchsaufbaus begleitete.

Vielleicht blieb all das auch der morbide Traum einiger weniger Tüftler, es täte der Geschichte keinen Abbruch – unter dem Strich wäre es ja vorzuziehen. Die Vorstellung, verstorbene Kinder in galvanischen Bädern unter Stromzufuhr zu ihren eigenen Statuen zu machen, ist schließlich so krank wie nur was.

Erinnerungsstücke an Kinder hat man per Galvanisierung ab dem 19. Jahrhundert dann tatsächlich produziert: Babyschuhe in Kupfer, Silber oder Gold. Die ersten Treterchen für alle Zeiten für das heimische Kaminsims oder Regal zu präservieren ist ja auch eine erheblich niedlichere Idee.

Bei SPIEGEL ONLINE:

Galvanik extrem

Leichen in Metall

Von Frank Patalong

Rostanfälliges haltbar machen, Materialien veredeln: Die Technik des Galvanisierens gehörte zu den frühesten Nutzanwendungen der Elektrizität. Forscher hatten noch gewagtere Ideen: Wenn man per Galvanik Statuen von Menschen machen konnte, warum dann nicht gleich Menschen zu Statuen?

Das Bedürfnis, verfallsanfällige Stoffe durch Ummantelung mit haltbareren Materialien zu schützen oder sie mit edlen Metallen aufzuwerten, ist uralt. Seit Jahrhunderten wird verzinkt, versilbert und vergoldet, was das Zeug hält. Die um 1830 gemachte Entdeckung, dass sich das mit Hilfe galvanischen Stroms vereinfachen lässt, machte Galvanotechnik zu einer der frühesten industriellen Anwendungen der Elektrizität.

Bereits 1836 begann man also, Edelbesteck galvanisch zu vergolden. Moritz Hermann von Jacobi erfand im Folgejahr das Verfahren, nicht leitende Materialen mit Hilfe einer leitfähigen Graphitschicht galvanisch zu verkupfern. Bildhauer und Kunsthandwerker gehörten zu den Ersten, die begriffen, was sich damit alles anfangen ließ. Von dort war es nicht mehr weit bis zu einer wahrhaft bizarren Idee: Der Präservierung von Leichen per Galvanisierung.

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Einer noch fürs Wochenende: Wuffi im Land der (Alb-)Träume

Traumhaft witzig: Über dieses Ding bin ich im Schlecky Silberstein-Blog gestolpert. Ich hatte selbst mal einen Hund, kann mich an so ausgeprägte ausgelebte Träume aber nicht erinnern. Weiß der Fuchs, warum so viele Leute heiß sind auf Katzenvideos: das hier ist doch tausendmal besser!

Wer mehr will, findet es bei Youtube.
Bekanntgabe der Gewinner der Verlosung folgt Sonntagabend. Schönes Wochenende!